Diabetes – eine Volkskrankheit mit Auswirkungen auf den gesamten Körper


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Autorin

Andrea Baldauf

Brand Lead Cardiovascular, Renal & Metabolism


Die Zahl der Diabeteserkrankungen steigt stetig an: Weltweit leben inzwischen 537 Millionen Menschen damit – fast doppelt so viele wie noch 1980.1 In der Schweiz sind etwa 7% der Bevölkerung betroffen, wobei Diabetes weit mehr als nur eine «Zuckerkrankheit» ist.2 Sie beeinflusst den gesamten Körper, kann viele Lebensbereiche beeinträchtigen und unter anderem zu chronischem Nierenleiden oder Herzinsuffizienz führen. Der heutige Weltdiabetestag 2024 ruft dazu auf, das Bewusstsein und die Unterstützung für Diabetespatient:innen zu stärken.3

Menschen mit Diabetes stehen täglich vor zahlreichen Herausforderungen: Sie müssen regelmässig ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren und gegebenenfalls Medikamente einnehmen oder Insulin spritzen. Die ständige Sorge vor einem «Zuckerschock» oder einer Unterzuckerung kann belastend sein.

«Diabetes erfordert ständige Entscheidungen, so dass ich zwischen Arbeit und Gesundheit hin und her schwanke. Es ist ein täglicher Kompromiss, dem ich nicht entkommen kann,» sagt Rahul in der Welt-Diabetes-Tag-Kampagne und beschreibt damit, was viele Diabetiker:innen beschäftigt. Gleichzeitig geht die Krankheit oft mit Stigmata einher – viele Menschen mit Typ-2-Diabetes sind übergewichtig oder adipös –, was eine zusätzliche psychische Belastung bedeutet.



Symptome und Behandlung des Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes bleibt zunächst oft unbemerkt und wird erst durch Folgeerkrankungen entdeckt. Jedoch gibt es Anzeichen, die auf zu hohe Blutzuckerwerte hindeuten. Dazu gehören:

- häufiges Wasserlassen, besonders nachts
- unerwarteter Gewichtsverlust
- starker Durst
- starke Müdigkeit
- Sehstörungen
- langsame Wundheilung

Je früher die Diagnose gestellt wird, desto schneller kann verhindert werden, dass Organe geschädigt werden. Dies gelingt durch eine Kombination aus geeigneten Medikamenten und einer angepassten Lebensweise.


Diabetes mellitus Typ 2 – mehr als nur eine «Zuckerkrankheit»

Diabetes Typ 2 tritt meist im Erwachsenenalter, aber zunehmend auch bei jüngeren Menschen auf. Zu dessen massgeblichen Risikofaktoren zählen ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht, familiäre Vorbelastung oder das Alter. Aufgrund des ständig erhöhten Blutzuckerspiegels können die kleinen Blutgefässe geschädigt werden, was die Gefahr für schwere Begleiterkrankungen – wie etwa Erblindung, Nierenversagen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Amputation der unteren Gliedmassen – erhöht.


Chronische Nierenerkrankungen und Herzinsuffizienz: die heimtückischen Komorbiditäten

Die grösste medizinische Herausforderung einer Typ-2-Diabetes sind die sogenannten Komorbiditäten, also Begleiterkrankungen, erklärt Prof. Dr. med. Roger Lehmann, Leitender Arzt der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsspital Zürich: «90% der Erwachsenen mit Diabetes leiden an Typ-2, der häufig mit weiteren Erkrankungen einhergeht.» Je länger es bis zur Diagnose der Erkrankung dauert, desto mehr nehmen diese Komorbiditäten zu: «Mindestens ein Viertel aller Betroffenen haben eine chronische Nierenerkrankung; bei älteren Patient:innen sind es sogar bis zu 60%,» unterstreicht Prof. Dr. med. Roger Lehmann die Dringlichkeit einer frühzeitigen Diagnose.4

«Die zweithäufigste Begleiterkrankung ist die Herzinsuffizienz: Viele Patientinnen und Patienten leiden daran, ohne es zu wissen. Insbesondere bei über 65-Jährigen sind es oft 30% und mehr. Da nur wenige Betroffene spezifische Symptome aufweisen, wird die Diagnose häufig erst spät gestellt.»4

Zu den häufigsten Begleiterkrankungen bei Typ-2-Diabetes gehören Herzinsuffizienz (HI) und chronische Nierenerkrankungen (CKD).5


Eine frühzeitige Diagnose von Begleiterkrankungen wie Herzinsuffizienz oder chronischer Nierenerkrankung ist für Patient:innen mit Typ-2-Diabetes von entscheidender Bedeutung. Durch eine rechtzeitige Behandlung kann die Lebensqualität verbessert werden, sodass sie länger und besser leben können.4



Wir bei AstraZeneca verfolgen das Ziel, mit innovativen Therapien die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern. Prävention und Früherkennung sind dabei entscheidend, weshalb wir uns in diesen Bereichen gleichermassen engagieren. Durch das frühzeitige Erkennen von Komorbiditäten wie Nieren- oder Herzinsuffizienz können viel Leid, aber auch medizinische Interventionen und somit Gesundheitskosten eingespart werden.

Am heutigen Weltdiabetestag möchten wir das Bewusstsein dafür schärfen, Betroffene und ihre Angehörigen zu bestärken und ihnen Mut zu machen. Mentale Unterstützung spielt eine entscheidende Rolle, da die Krankheit sich stark auf das psychische Wohlbefinden auswirken kann. Diabetes bedeutet für die Betroffenen tagtäglich grosse Herausforderungen. Mit der richtigen Therapie lassen sich Blutzuckerwerte jedoch in den Griff bekommen und Herz und Nieren geschützt werden, sodass Patientinnen und Patienten ein beschwerdefreieres Leben führen können.

Leser:innen, die unter den beschriebenen Symptomen leiden und einen Verdacht auf Diabetes befürchten, empfehlen wir die Durchführung des Risikotests für Typ-2-Diabetes auf der Website von Diabetes Schweiz. Zudem ist es ratsam, frühzeitig einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, um die eigene Situation zu einem möglichst frühen Zeitpunkt abklären zu lassen und die Entwicklung von Komorbiditäten wie Herz- und Niereninsuffizienz einzuschränken.



Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2:

Der Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die sich in einem erhöhten Blutzuckerspiegel äussert. Dieser entsteht durch einen absoluten Mangel an Insulin (Diabetes mellitus Typ 1) oder durch eine verminderte Wirkung (relativer Mangel) des Insulins (Diabetes mellitus Typ 2).6

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse irrtümlicherweise angreift und zerstört. Dies führt dazu, dass der Körper kaum oder gar kein Insulin mehr produzieren kann. Typ 1 tritt häufig im Kindes- oder Jugendalter auf, kann jedoch in jedem Alter diagnostiziert werden. Die Behandlung erfordert eine lebenslange Insulintherapie. Die Symptome von Typ 1 entwickeln sich schnell und umfassen starken Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Betroffene sind oft normalgewichtig oder schlank.6,7

Diabetes Typ 2 hingegen entwickelt sich meist über Jahre hinweg und ist durch Insulinresistenz und eine verminderte Insulinproduktion gekennzeichnet. Typ 2 wird meist im Erwachsenenalter diagnostiziert, tritt aber zunehmend auch bei jüngeren Menschen auf. Die Behandlung umfasst Änderungen des Lebensstils, wie gesunde Ernährung und regelmässige Bewegung, sowie orale Medikamente und manchmal Insulintherapie. Die Symptome von Typ 2 entwickeln sich langsamer als bei Typ 1.6,7





Referenzen

1 https://diabetesatlas.org/

2 https://www.diabetesschweiz.ch/

3 https://worlddiabetesday.org/

4 SGED Guidelines: Gastaldi G et al. Swiss recommendations of the Society for Endocrinology and Diabetes (SGED/SSED) for the treatment of type 2 diabetes mellitus (2023). Swiss Med Wkly. 2023 Apr 1;153:40060. 

5 K. Birkeland KI et al. Heart failure and chronic kidney disease manifestation and mortality risk associations in type 2 diabetes: A large multinational cohort study. Diabetes Obes Metab. 2020 Sep;22(9):1607–1618.

6 https://www.diabetesschweiz.ch/ueber-diabetes/diabetesformen

7 https://diabetes.org/about-diabetes