AstraZeneca lanciert Kampagne, um den Übergebrauch von blauen SABA-Inhalatoren in der Behandlung von Asthma zu reduzieren

Baar, 10. September 2020 - Heute startet die sogenannte «Break Over-Reliance»-Kampagne in sozialen und digitalen Medien, welche Asthma-Betroffene darauf aufmerksam machen soll, dass drei oder mehr Inhalationen pro Woche von ihrem blauen SABA-Inhalator das Risiko für Asthmaanfälle erhöhen können. Die internationale Kampagne wird in Partnerschaft mit der Global Allergy and Airways Patient Platform (GAAPP) durchgeführt. Das Herzstück der Kampagne ist ein digitales Instrument, welches Patienten hilft, den Grad ihres SABA-Gebrauchs einzuschätzen und sie ermutigt, sich im Falle eines Übergebrauchs an ihren behandelnden Arzt zu wenden.

Die «Break Over-Reliance»-Kampagne soll Asthma-Patienten und medizinischen Fachpersonen aufzeigen, dass ein übermässiger Gebrauch des blauen SABA-Inhalators das Risiko für Asthmaanfälle erhöhen kann.1-3 SABA ist die Abkürzung für "short-acting beta2-agonist", in Deutsch Beta-2-Sympathomimetikum mit schnellem Wirkeintritt. Die Kampagne beinhaltet ein evidenzbasiertes digitales Instrument, den «Reliever Reliance Test», welcher den Grad des SABA-Gebrauchs eines Patienten evaluiert.4 Der in dieser Form einzigartige, fünf Punkte umfassende Fragebogen ist an den validierten SABA-Risikofragebogen angelehnt.5 Er soll Asthma-Betroffene mit einem SABA Übergebrauchsmuster dabei unterstützen, den Dialog über eine mögliche Therapieoptimierung mit ihrem behandelnden Arzt zu suchen.4


Viele Patienten fühlen sich mit ihrem SABA-Inhalator 'sicher' und glauben fälschlicherweise, dass dies der beste Weg sei, ihre Symptome zu kontrollieren. Ihnen ist oft nicht bewusst, dass die drei- oder mehrmalige wöchentliche Verwendung ihres SABA-Inhalators ein Zeichen dafür ist, dass ihr Asthma möglicherweise nicht so gut kontrolliert ist, wie es sein könnte, und ein erhöhtes Risiko für einen Asthmaanfall besteht.1,6,7 Der «Reliever Reliance Test» hilft Asthma-Patienten zu verstehen, ob sie sich möglicherweise zu sehr auf ihren blauen SABA-Inhalator verlassen und unterstützt sie im Dialog über die Asthmabehandlung mit ihrem Arzt.

Andrea Mugan Country President of AstraZeneca Switzerland

Bisherige Praxis zeigt Übergebrauch von SABA bei Asthma-Behandlung

Seit Jahrzehnten werden zur Asthmabehandlung zwei verschiedene Inhalatoren eingesetzt - sogenannte ‘Controller’, die inhalative Kortikosteroide (ICS) enthalten und sogenannte ‘Reliever’, welche für eine rasche Symptomlinderung sorgen, indem sie die Bronchien erweitern. In der Schweiz sind die Reliever blau und enthalten einen SABA.1,8

Oftmals verwenden Asthma-Patienten den entzündungshemmenden ‘Controller’ (Erhaltungstherapie) zu wenig und verlassen sich stattdessen zu sehr auf die SABA-Therapie, die schnelle und vorübergehende Linderung verschafft, aber die Verschlimmerung der Symptome verschleiern kann.9-12 SABA allein wirkt nicht gegen die zugrunde liegende Entzündung, so dass die Patienten dem Risiko einer Asthmaverschlimmerung9-12 und einer möglichen Belastung durch die häufige Gabe oraler Kortikosteroide ausgesetzt sind.10,13

Globale Asthmatherapie-Empfehlungen aktualisiert

Der Zusammenhang zwischen dem Übergebrauch von SABA und einem erhöhten Risiko für Asthmaanfälle hat zu den kürzlich aktualisierten Empfehlungen der Globalen Initiative für Asthma (GINA) geführt. Diese haben zum Ziel, den SABA-Übergebrauch im Frühstadium der Erkrankung zu vermeiden.1 GINA empfiehlt neu nicht mehr SABA als bevorzugte Bedarfstherapie (‘Reliever’), sondern ein Kombinationspräparat von niedrig dosierten ICS und Formoterol für alle Asthmaschweregrade.1 Diese aktualisierten globalen Empfehlungen verändern die jahrzehntelange Praxis und stellen die bedeutendste Anpassung in der Asthmabehandlung seit über 30 Jahren dar.

Die bestehende Evidenz deutet darauf hin, dass der SABA-Übergebrauch in den Gesundheitssystemen fest verankert ist. Angesichts der jüngsten Aktualisierungen der globalen Empfehlungen für das Asthmamanagement, die von führenden Experten unterstützt werden, entwickelte AstraZeneca die Kampagne «Break Over-Reliance», um Patienten und Gesundheitsfachleute über die potenziellen Risiken eines Übergebrauchs von SABA zu informieren und über die Dringlichkeit, dieses Problem zu adressieren, aufzuklären. AstraZeneca engagiert sich in Zusammenarbeit mit der Asthma Community, Instrumente bereitzustellen, die zur Verbesserung der Asthmakontrolle beitragen und darauf abzielen, vermeidbare Asthmaanfälle zu verhindern.


Asthma ist eine häufige Erkrankung

Asthma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch anfallsartige Atemnot und Husten gekennzeichnet ist. In der Schweiz sind jedes 10. Kind und jeder 14. Erwachsene davon betroffen.14 Die Krankheit verläuft in Schüben, wobei Schweregrad und Häufigkeit von Person zu Person variieren.1

Alle Asthma-Patienten sind dem Risiko schwerer Anfälle ausgesetzt, unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung, der Therapietreue oder der Asthmakontrolle.15-17 Weltweit gibt es schätzungsweise 176 Millionen Asthmaanfälle pro Jahr.18 Diese Anfälle können für viele Patienten körperlich bedrohlich und emotional belastend sein.19

Über den «Reliever-Reliance-Test»

Der Reliever Reliance Test (RRT) wurde von dem führenden Experten für Verhaltensmedizin, Professor Rob Horne, University College London (UCL), zusammen mit Kollegen der International Primary Care Respiratory Group (IPCRG) entwickelt und vollständig von AstraZeneca finanziert. Der RRT ist ein fünfteiliger Test, welcher aus dem validierten SABA-Risikofragebogen adaptiert wurde, der wiederum eine Ableitung des ebenfalls von Professor Rob Horne, UCL, entwickelten validierten Fragebogens "Beliefs about Medicines Questionnaire" (BMQ) ist.5

Der RRT ist ein evidenzbasiertes, praktisches Instrument, das darauf abzielt, den Grad des SABA-Gebrauchs der Patienten einzuschätzen.4 Er ist sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form verfügbar. Aufgrund der Antworten der Patienten auf die fünf Fragen ermittelt der RRT einen Wert, der anzeigt, ob der Patient wahrscheinlich ein hohes, mittleres oder niedriges Risiko hat, sich zu sehr auf seinen SABA-Inhalator zu verlassen.4 Die Einstufung soll den Patienten helfen, ihren SABA Gebrauch einzuschätzen und das Bewusstsein für SABA-Übergebrauch und die damit verbundenen Risiken fördern.5 Die Patienten können ihre Ergebnisse über das digitale Instrument herunterladen und sie dazu verwenden, um mit ihrem Arzt über ihre Asthmakontrolle sowie eine mögliche Therapieoptimierung zu sprechen.

Weitere Informationen und den «Reliever Reliance-Test» finden Sie unter https://asthmatest.ch/.


AstraZeneca’s Fokus in den Bereichen Atemwegserkrankungen und Immunologie

Atemwegserkrankungen & Immunologie ist einer der drei Therapiebereiche von AstraZeneca und ein wichtiger Wachstumsmotor für das Unternehmen.

Aufbauend auf einer 50-jährigen Geschichte ist AstraZeneca ein etabliertes führendes Unternehmen in der Atemwegsbehandlung mit inhalativen und biologischen Medikamenten. Ziel von AstraZeneca ist es, die Behandlung von Asthma und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zu revolutionieren, indem vermeidbare Asthmaanfälle aller Schweregrade eliminiert werden und COPD durch eine frühere, biologisch basierte Behandlung als führende Todesursache beseitigt wird.

AstraZeneca

AstraZeneca (LSE/STO/NYSE: AZN) ist ein globales, wissenschaftsbasiertes biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Entdeckung, Entwicklung und Vermarktung von verschreibungspflichtigen Medikamenten konzentriert, hauptsächlich für die Behandlung von Krankheiten in drei Therapiebereichen - Onkologie, Herz-Kreislauf, Nieren und Stoffwechsel sowie Atemwegserkrankungen und Immunologie. AstraZeneca hat seinen Sitz in Cambridge, Grossbritannien, und ist in über 100 Ländern tätig. Seine innovativen Medikamente werden weltweit von Millionen Patienten verwendet.

AstraZeneca in der Schweiz

120 Mitarbeitende sind für die Koordination der Geschäftsaktivitäten in der Schweiz zuständig. Unser Standort in Baar ist ausserdem der Hauptsitz des Europe & Canada Commercial Regional Teams und des Europe & International Oncology Teams, für die 40 weitere Mitarbeitende in der Schweiz tätig sind. Unsere wichtigsten Therapiegebiete sind Onkologie, Herz-Kreislauf, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sowie Atemwegserkrankungen und Immunologie. Um unsere Klimaziele vorzeitig zu erreichen, arbeiten wir unermüdlich daran, CO2-Emissionen und Abfall weiter zu reduzieren. Im Rahmen unserer «Ambition Zero Carbon»-Strategie gehen wir zu einer kohlenstofffreien Geschäftstätigkeit über, indem wir Massnahmen ergreifen, mit denen wir den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren und schliesslich eliminieren. Im Jahr 2020 wurde AstraZeneca Schweiz von den Mitarbeitenden zum dritten Mal in Folge als hervorragender Arbeitgeber bewertet und mit dem externen Label «Great place to work®» ausgezeichnet.

Weitere Informationen: astrazeneca.ch
 

Medienstelle AstraZeneca Schweiz

Tel. +41 (0) 41 725 75 75; info@astrazeneca.ch
Dr. Angelika März, Corporate Affairs Lead

Referenzen

1. Global Initiative for Asthma. Global Strategy for Asthma Management and Prevention. 2020 Update. Available at: https://ginasthma.org/wp-content/uploads/2020/06/GINA-2020-report_20_06_04-1-wms.pdf Letzter Zugriff September 2020.

2. Price D, et al. Asthma control and management in 8,000 European patients: the REcognise Asthma and LInk to Symptoms and Experience (REALISE) survey. NPJ Prim Care Respir Med. 2014; 24: 14009.

3. Pavord ID, Beasley R, Agusti A, et al. After asthma: redefining airways diseases. Lancet. 2017; 391: 350-400.

4. International Primary Care Respiratory Group. Blue Reliever Reliance Test. Available at: https://www.ipcrg.org/resources/search-resources/blue-reliever-reliance-test-english [Letzter Zugriff: September 2020]

5. Chan AHY, Katzer C, Kaplan A, et al. SABA Reliance Questionnaire (SRQ): Identifying Patient Beliefs Underpinning Reliever Overreliance in Asthma. J Allergy Clin Immunol Pract. 2020; https://doi.org/10.1016/j.jaip.2020.07.014.

6. Asthma UK: Asthma Attacks. Available at: https://www.asthma.org.uk/advice/asthma-attacks/ Letzter Zugriff September 2020.

7. Asthma UK. Reducing prescribing errors in asthma care. Available at: https://www.asthma.org.uk/support-us/campaigns/publications/nrad-one-year-on/ Letzter Zugriff September 2020.

8. Burki TM. New asthma treatment recommendations. Lancet Respir Med 2019;7:479.

9. Rabe KF, Vermeire PA, Soriano JB, Maier WC. Clinical management of asthma in 1999: the asthma insights and reality in Europe (AIRE) study. Eur Respir J. 2000; 16: 802–807.

10. Tattersfield AE, Postma DS, Barnes PJ, et al. on behalf of the FACET International Study Group. Exacerbations of asthma: a descriptive study of 425 severe exacerbations. Am J Respir Crit Care Med. 1999; 160: 594–599.

11. Adams RJ, Fuhlbrigge A, Guilbert T, et al. Inadequate use of asthma medication in the United States: results of the asthma in America national population survey. J Allergy Clin Immunol. 2002; 110: 58–64.

12. Larsson, K., Kankaanranta, H., Janson, C. et al. Bringing asthma care into the twenty-first century. NPJ Prim. Care Respir. Med. 2020; 30, 25,

13. Price DB, Trudo F, Voorham J, et al. Adverse outcomes from initiation of systemic corticosteroids for asthma: long-term observational study. J Asthma Allergy. 2018;11:193-204

14. Lungenliga Schweiz https://www.lungenliga.ch/de/krankheiten-ihre-folgen/asthma.html  [Letzter Zugriff: September 2020]

15. Papi A, Ryan D, Soriano JB, et al. Relationship of Inhaled Corticosteroid Adherence to Asthma Exacerbations in Patients with Moderate-to-Severe Asthma. J Allergy Clin Immunol Pract 2018; 6: 1989-1998.e3.

16. Bloom CI, Nissen F, Douglas IJ, et al. Exacerbation risk and characterisation of the UK's asthma population from infants to old age. Thorax 2018; 73: 313–320.

17. Ding B, Small M. Disease burden of mild asthma: findings from a cross-sectional real-world survey. Adv Ther. 2017; 34: 1109–1127.

18. AstraZeneca Pharmaceuticals. Data on file. Annual Rate of Exacerbations Globally (February 2019; ID:SD-3010-ALL-0017).

19. Sastre J, Fabbri LM, Price D, et al. Insights, attitudes, and perceptions about asthma and its treatment: a multinational survey of patients from Europe and Canada. World Allergy Organ J. 2016; 9: 13.

 

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