Studie der Uni Zürich: Früherkennung und Behandlung von Nierenerkrankten steigert Lebensqualität und senkt Kosten

Studienleiter Dr. med. Levy Jäger im Video-Interview.

 

Eine neue Studie der Universität Zürich (UZH) zeigt, dass die Vorsorge und Behandlung von Nierenerkrankten in der Schweiz unbefriedigend ist.1 Es wird davon ausgegangen, dass zwei Drittel der Patient:innen keine Diagnose erhalten.2 Besonders betroffen sind Frauen. Eine optimierte Früherkennung und Behandlung steigert die Lebensqualität der Betroffenen und führt zu signifikanten Kosteneinsparungen von bis zu 250'000 Franken pro Jahr und Patient:in.3

Eine Nierenerkrankung (engl. Chronic, Kidney Disease, CKD) verschlimmert sich oft unbe­merkt. Durch eine gezielte Früherkennung und Behandlung, kann eine Blutwäsche (Dialyse) oder eine Nierentransplantation länger vermieden werden. In der Schweiz ist jeder zehnte Erwachsene betroffen.4,5 Die neue Studie der UZH fand heraus, dass bei der Schweizer Früh­erkennung und Behandlung von chronischen Nierenleiden Schwachstellen bestehen. Oft versäumt wird die Überwachung des Bluteiweisses im Urin (Albuminurie) sowie die gezielte Untersuchung von Risikopatient:innen. Insbesondere die Versorgung von Frauen mit CKD ist unbefriedigend.

 

Aufklärungsmassnahmen sind für die Früherkennung von CKD notwendig

Studienleiter Dr. med. Levy Jäger erklärt: «Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit von Aufklärungsmassnahmen. So können die identifizierten Schwachstellen in den Arztpraxen verringert werden, damit Früherkennung und Behandlung künftig optimal ineinander greifen. Das Leben der Betroffenen wird dadurch verbessert und die Kosten im Gesundheitswesen gesenkt.»

Informationsportale wie nieren-leiden-leise.ch und diagnose-niereninsuffizienz.ch versuchen die Aufklärung in der Öffentlichkeit voranzutreiben und Orientierungshilfen anzubieten. Die Schweizerische Gesellschaft für Nephrologie (swissnephrology.ch) hat zudem Leitlinien erarbeitet, um die medizinische Praxis bei der Identifikation, Früherkennung und Behandlung zu unterstützen.

 

Verschiedene Test- und Behandlungsoptionen sind verfügbar

Prof. Dr. med. Thomas Rosemann PhD, Institutsdirektor Hausarztmedizin der Universität Zürich ergänzt: «Eine frühzeitige Diagnose und Intervention bei CKD ist entscheidend, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Bereits heute sind verschiedene Test- und Behandlungsoptionen verfügbar. So kann beispielsweise Albuminurie präzise getestet werden. Bei Patient:innen, die ein erhöhtes Risiko für eine Nierenschädigung aufweisen, empfiehlt sich einmal jährlich die Nierenfunktion zu kontrollieren.»

Expert:innen sind sich einig: Die Früherkennung von Nierenerkrankten ist wichtig, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Gleichzeitig tragen die verbesserten Behandlungsstandards zu signifikanten Kosteneinsparungen zugunsten des Schweizer Gesundheitswesens bei. Schätzungen gehen von einem Einsparungspotenzial von 250'000 Franken pro Jahr und Dialysefall aus.3

 

Medienkontakt

Tel. +41 (0) 41 725 75 75; media.switzerland@astrazeneca.com 
Barbara Hess, Corporate Communications Lead, AstraZeneca Switzerland

 

Chronic Kidney Disease (CKD)

CKD ist eine schwerwiegende, fortschreitende Erkrankung, von der schweizweit fast 10 Prozent der Menschen betroffen sind.4,5 CKD ist definiert durch eine verminderte Nierenfunktion. Die häufigsten Ursachen für CKD sind Diabetes, Bluthochdruck und Glomerulonephritis.4,6 CKD geht mit einer erheblichen Morbidität der Patient:innen und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinsuffizienz (HF) und vorzeitigen Tod einher.7 Im fortgeschrittensten und schwersten Stadium, der so genannten ESKD, sind die Nierenschädigung und die Verschlechterung der Nierenfunktion so weit fortgeschritten, dass eine Dialyse oder Nierentransplantation erforderlich ist.8

 

Zur Studie der Universität Zürich (UZH)

Die von AstraZeneca Schweiz unterstützte Studie «Quality and variation of care for chronic kidney disease in Swiss general practice: A retrospective database study» der UZH untersuchte 14 Qualitätsindikatoren der CKD-Versorgung anhand elektronischer Patientendaten aus der Schweizer Allgemeinmedizin im Zeitraum von 2013 bis 2019. Die Daten stammen aus der FIRE-Datenbank (mehr zum FIRE-Projekt nachfolgend).

Es wurden zwei Patientenkohorten von 483 Allgemeinärzt:innen definiert: Eine zur Beurteilung der Nierenfunktion bei Patient:innen mit prädisponierenden Erkrankungen (n = 47,201, mittleres Alter 68 Jahre, 48,7 % weiblich) und eine zur Versorgung von Patient:innen mit im Labor bestätigter CKD (n = 14,654, mittleres Alter 80 Jahre, 57,5 % weiblich).

 

Autor:innen

Jäger L, Rosemann T, Burgstaller JM, Senn O, Markun S (2022) Quality and variation of care for chronic kidney disease in Swiss general practice: A retrospective database study.

PLoS ONE 17(8):e0272662. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0272662.

 

 

Das FIRE-Projekt – Elektronische Dokumentation und Forschung in der Hausarztmedizin

Im Jahre 2009 lancierte das Institut für Hausarztmedizin der Universität Zürich unter der Leitung von Prof. Dr. med. Thomas Rosemann (PhD) das FIRE-Projekt («Family medicine Research using Electronic medical records»). Das Ziel des FIRE-Projektes ist es die Versorgungsqualität in der Hausarztmedizin abzubilden und zu verbessern.

Mehr Informationen zum FIRE-Projekt: www.fireproject.ch

 

Universität Zürich UZH, Institut für Hausarztmedizin

Das Institut hat die Aufgabe, die Studierenden an der medizinischen Fakultät mit der Arbeit und den Aufgaben des Hausarztes bzw. der Hausärztin vertraut zu machen. In der Forschung werden innovative Ansätze in Diagnostik und Therapie untersucht, die darauf abzielen, die Lebensquantität und Lebensqualität von Patient:innen in der Grundversorgung zu verbessern. 

Mehr Informationen zum Institut für Hausarztmedizin: www.hausarztmedizin.uzh.ch

 

 

AstraZeneca in der Schweiz

AstraZeneca ist ein global tätiges Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Grossbritannien und seit fast 50 Jahren in der Schweiz tätig. Das Unternehmen gehört zu den zehn umsatzstärksten Pharmafirmen der Schweiz und ist in folgenden Therapiebereichen tätig: Onkologie, Atemwegserkrankungen und Immunologie, Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselkrankheiten sowie Impfstoffe und Immuntherapien, zu denen auch Medikamente zur Bekämpfung von Covid-19 gehören. Oberstes Ziel der gut 250 Mitarbeitenden ist es, neue Medikamente so schnell wie möglich betroffenen Patienten:innen zur Verfügung zu stellen. In der Schweiz werden über 200’000 Personen mit einem Medikament von AstraZeneca behandelt. Bis 2025 erwartet das Unternehmen die Zulassung von über 40 neuen Therapien. AstraZeneca setzt sich zum Ziel, das Schweizer Gesundheitssystem nachhaltiger und widerstandsfähiger zu machen. Um ihren Beitrag für einem gesunden Planeten und gesunde Menschen zu leisten, arbeitet die Firma unermüdlich daran, CO2-Emissionen und Abfall zu reduzieren. Sie hat sich daher zum Ziel gesetzt, bis im Jahr 2030 CO2-negativ zu werden.

Mehr Informationen zu AstraZeneca Schweiz: www.astrazeneca.ch

 

Referenzen

1. Jäger L, et al. (2022) Quality and variation of care for chronic kidney disease in Swiss general practice: A retrospective database study.PLoS ONE 17(8):e0272662. Available from: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0272662 .

2. Sundström J, et al. Prevalence, outcomes, and cost of CKD in a contemporary population of 2.4 million patients from 11 countries: the CaReMe CKD Study. The Lancet Regional Health – Europe 2022;00: 100438. Published online 30 June 2022. Available from:  https://www.thelancet.com/journals/lanepe/article/PIIS2666-7762(22)00132-6/fulltext

3. Pierre-Yves Martin. Fortschritte in der Nephrologie: Vorteilhaft für Patienten und Kosten. Schweizerische Ärztezeitung. 2017; 98(45):1484–1486.

4. Ogna VF, et al., Prevalence and determinants of chronic kidney disease in the Swiss population. Swiss Med Wkly. 2016;146:w14313.

5. Ponte B. et al. Determinants and burden of chronic kidney disease in the population-based CoLaus study: a cross-sectional analysis. Nephrol Dial Transplant. 2013 Sep;28(9):2329-39.

6. National Kidney Foundation [Internet]. Kidney Disease: Causes; 2015 [cited 2022 Jun 09]. Available from:  https://www.kidney.org/news/newsroom/fsindex

7. Centers for Disease Control and Prevention (CDC) [Internet]. Chronic Kidney Disease: Common - Serious - Costly; 2019 [cited 2022 Jun 24]. Available from: https://www.cdc.gov/kidneydisease/prevention-risk/CKD-common-serious-costly.html.

8. Centers for Disease Control and Prevention (CDC) [Internet]. Chronic kidney disease in the United States; 2021 [cited 2022 Jun 24]. Available from: https://www.cdc.gov/kidneydisease/publications-resources/2019-national-facts.html.

 

© 2022 AstraZeneca Switzerland, Neuhofstrasse 34, 6340 Baar. All rights reserved.

CH-6811 / November 2022