(AKTUALISIERT: 17. März 2026)
In der Schweiz werden die Fälle von chronischer Nierenerkrankung (CKD) bis 2032 um 6,7% auf 1,03 Millionen steigen und zu 49,7% mehr Todesfällen führen. Die Kosten von CKD-Behandlungen werden um 27,6% zunehmen, was 4,2 Milliarden Franken entspricht und bis zu 4,6% der gesamten Gesundheitsausgaben der Schweiz ausmacht. Dies zeigt die aktuelle IMPACT-CKD Studie von AstraZeneca.1
Am heutigen Weltnierentag (World Kidney Day) wird auf die chronische Nierenerkrankung (CKD) aufmerksam gemacht, welche immer mehr zu einer unsichtbaren Epidemie heranwächst. Weltweit sind 850 Millionen Menschen betroffen, davon knapp eine Million in der Schweiz.2,3,4 Die aktuelle Studie (Aktualisierung: im Februar 2026 in Advances in Therapy publiziert) von AstraZeneca prognostiziert eine weitere starke Zunahme in der Schweiz mit erheblichen Folgen für Patient:innen, die Gesellschaft und das Gesundheitssystem.1
Steigende Zunahme von Nierenerkrankungen – rund 50% mehr Todesfälle
Gemäss den Prognosen wird die Zahl der CKD-Betroffenen in der Schweiz zwischen 2022 und 2032 um 6,7% auf 1,03 Millionen steigen. Besonders besorgniserregend ist, dass 65,5% dieser Fälle möglicherweise unerkannt bleiben, was eine rechtzeitige Behandlung erschwert. Die Mehrheit der Fälle wird sich von Frühstadien zu fortgeschrittenen Stadien verschieben, die in diesem Zeitraum um 18,1% ansteigen. Diese Verschiebung wird zu einer signifikanten Zunahme an Einweisungen in Notaufnahmen (+22,8%), Hospitalisierungen (+25,2%) und Todesfällen (+49,7%) führen. Florian Saur, Geschäftsführer von AstraZeneca Schweiz, zeigt sich alarmiert: «Dieser dramatische Anstieg von chronischen Nierenerkrankungen in fortgeschrittenem Stadium erfordert dringende Aufmerksamkeit von Gesellschaft und Politik. Mit dieser Studie möchten wir einen aktiven Beitrag zur Schärfung des Problembewusstseins leisten.»
Erhöhung der Gesundheits- und Umweltbelastung
Patient:innen in fortgeschrittenem Stadium sind auf Nierenersatzverfahren, wie beispielsweise eine Dialyse oder Nierentransplantation, angewiesen. Es wird erwartet, dass diese um 57,2% zunehmen. Sowohl Dialysen als auch Transplantationen stellen eine enorme Belastung für Betroffene und Angehörige dar und wirken sich stark auf deren Lebensqualität aus. Zudem führen sie zu einer erhöhten Beanspruchung der Gesundheitsressourcen. So prognostizieren die Studienautor:innen einen Kostenanstieg bei CKD-Behandlungen von 27,6% – dies entspricht 4,2 Milliarden Franken. Die durch CKD verursachten Kosten werden so bis 2032 4,6% der gesamten Gesundheitsausgaben der Schweiz ausmachen.
Gleichzeitig wird auch die Umweltbelastung zunehmen: Der Anstieg an notwendigen Behandlungen sorgt für einen 13% höheren CO2-Ausstoss, während die Dialyse den Wasserverbrauch um 17% steigert.
Mehr Prävention und Früherkennung sind gefordert
CKD ist durch eine anhaltende Einschränkung der Nierenfunktion gekennzeichnet und erhöht das Risiko schwerwiegender Gesundheitsprobleme wie Herz-Kreislauf- und Knochenerkrankungen. Nierenerkrankungen werden oft zu spät erkannt, da sie in den frühen Stadien symptomlos verlaufen. Für Florian Saur zeigen die Ergebnisse der IMPACT-CKD Studie, dass die Schweiz vor einer enormen gesundheitlichen und finanziellen Herausforderung steht. Er ruft zum Handeln auf: «Um die Lebensqualität der betroffenen Patientinnen und Patienten zu verbessern und die rasant steigenden Gesundheitskosten einzudämmen, müssen dringend alle Akteure im Gesundheitswesen zusammenarbeiten. Ziel muss dabei sein, die Prävention und Früherkennung der CKD gezielt zu fördern.»
AstraZeneca setzt sich für innovative Lösungen zur Früherkennung und Therapie von CKD ein: Unter anderem haben Fachorganisationen und Expert:innen 2023 die Kampagne «Nieren leiden leise» ins Leben gerufen, die AstraZeneca zusammen mit anderen Pharma- und MedTech-Unternehmen unterstützt.5 Mit dieser soll die Öffentlichkeit und das medizinische Fachpersonal für CKD sensibilisiert werden.
Medienkontakt
Tel. +41 (0) 41 725 75 75; media.switzerland@astrazeneca.com
Barbara Hess, Corporate Communications Lead, AstraZeneca Switzerland
AstraZeneca in der Schweiz
AstraZeneca ist ein globales, forschungsorientiertes, biopharmazeutisches Unternehmen, das seit fast 50 Jahren in der Schweiz tätig ist und zu den zehn umsatzstärksten Pharmafirmen des Landes zählt. AstraZeneca erforscht, entwickelt und vertreibt verschreibungspflichtige Medikamente vorranging in den Bereichen Onkologie, Herz-Kreislauf, Nieren und Stoffwechsel, Atemwege und Immunologie sowie seltene Erkrankungen. Über 285 Mitarbeitende in der Schweiz setzen sich dafür ein, das Leben der Patient:innen mit innovativen Therapien zu verbessern und einen positiven Beitrag zum Gesundheitssystem, für die Gesellschaft und den Planeten zu leisten. Aktuell werden in der Schweiz über 230'000 Personen mit einem Medikament von AstraZeneca behandelt. Bis 2026 erwartet das Unternehmen die Zulassung von über 35 neuen Therapien. AstraZeneca bekennt sich klar zu einer Arbeitsumgebung, die auf Respekt und Akzeptanz basiert. So wurde das Unternehmen 2024 zum sechsten Mal in Folge als «Great Place to Work» ausgezeichnet und trägt das «Swiss LGBTI-Label». Bis im Jahr 2030 will AstraZeneca CO2-negativ sein.
Mehr Informationen zu AstraZeneca Schweiz: www.astrazeneca.ch
Methodik der Studie
Das IMPACT-CKD-Modell, gemeinsam mit der London School of Economics und auf Basis von Schweizer Real-World Evidence (RWE) entwickelt, simuliert die Krankheitsprogression und prognostiziert klinische, öffentliche und umweltpolitische Auswirkungen von CKD in der Schweiz. Eine Million simulierte Individuen wurden gemäss ihren geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR), Urin-Albumin-Kreatinin-Verhältnis (UACR) sowie komorbiden Erkrankungen in CKD-Stadien eingeteilt. Die Validierung erfolgte durch Expert:innen sowie durch Abgleich mit aktueller Literatur und RWE.
Chronic Kidney Disease (CKD)
Die chronische Nierenkrankheit/chronische Nierenerkrankung (CKD) ist eine schwerwiegende, fortschreitende Erkrankung, von der schweizweit fast 10 Prozent der Menschen betroffen sind.3,4 CKD ist definiert durch eine verminderte Nierenfunktion. Die häufigsten Ursachen für CKD sind Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.3,6 CKD geht mit einer erheblichen Morbidität der Patient:innen und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinsuffizienz (HF) und vorzeitigen Tod einher.7 Im fortgeschrittensten und schwersten Stadium, der so genannten terminalen Niereninsuffizienz (ESKD, End-stage Kidney Disease), sind die Nierenschädigung und die Verschlechterung der Nierenfunktion so weit fortgeschritten, dass eine Dialyse oder Nierentransplantation erforderlich ist.8 Es besteht jedoch eine höhere Wahrscheinlichkeit, einen vorzeitigen Tod zu erleiden, als das Stadium der terminalen Niereninsuffizienz zu erreichen.9
Referenzen
1 Campbell-James T, Buff S, Nanchen G. et al. System Preparedness for Rising Kidney Replacement Therapy Demand: Late-Stage CKD Drives Costs, Healthcare Resource Utilisation and Environmental Impact in Switzerland. Adv Ther (2026). https://doi.org/10.1007/s12325-026-03519-1 (Aktualisiert am 17.03.26)
2 Jager KJ, Kovesdy C, Langham R, et al. A single number for advocacy and communication – worldwide more than 850 million individuals have kidney diseases. Kidney Int. 2019;96(5):1048-1050.
3 Ogna VF, et al., Prevalence and determinants of chronic kidney disease in the Swiss population. Swiss Med Wkly. 2016;146:w14313.
4 Ponte B. et al. Determinants and burden of chronic kidney disease in the population-based CoLaus study: a cross-sectional analysis. Nephrol Dial Transplant. 2013 Sep;28(9):2329-39.
5 myHealth chronische Nierenerkrankung - Nieren leiden leise: https://nieren-leiden-leise.ch
6 National Kidney Foundation [Internet]. Kidney Disease: Causes; 2015 [cited 2022 Jun 09]. Available from: https://www.kidney.org/news/newsroom/fsindex
7 Centers for Disease Control and Prevention (CDC) [Internet]. Chronic Kidney Disease: Common - Serious - Costly; 2019 [cited 2022 Jun 24]. Available from: https://www.cdc.gov/kidneydisease/prevention-risk/CKD-common-serious-costly.html.
8 Centers for Disease Control and Prevention (CDC) [Internet]. Chronic kidney disease in the United States; 2021 [cited 2022 Jun 24]. Available from: https://www.cdc.gov/kidneydisease/publications-resources/2019-national-facts.html.
9 Dalrymple LS, et al. Chronic Kidney Disease and the Risk of End-Stage Renal Disease versus Death. J Gen Intern Med 2011;26:379–385.
CH-12569 (03/2026)