98 Prozent der Frauen zwischen 49 und 75 Jahren in der Schweiz kennen das Brustkrebs-Screening. Doch nur 62 Prozent haben in den letzten zwei Jahren tatsächlich eine Mammographie durchführen lassen. Regelmässig nehmen schweizweit gerade einmal 35 Prozent der Frauen teil. Das zeigt eine neue repräsentative Umfrage des unabhängigen Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag von AstraZeneca Schweiz. Frauen, die von einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen aktiv auf das Screening angesprochen wurden, nehmen deutlich häufiger teil.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung und Krebstodesursache bei Frauen. In der Schweiz erkranken jährlich rund 6'800 Frauen und 60 Männer; alle sechs Stunden stirbt eine Frau an Brustkrebs.i Dabei ist die Krankheit bei früher Erkennung in vielen Fällen heilbar.ii Aktuell bieten 23 von 26 Kantonen ein organisiertes Screeningprogramm an oder planen dessen Einführung.iii
Eine repräsentative Studie von YouGov im Auftrag von AstraZeneca zeigt: Die kantonalen Programme erhöhen die Teilnahme deutlich. Jedoch gibt es noch eine deutliche Lücke zwischen Bekanntheit und tatsächlicher Nutzung: Obwohl 98 Prozent der Frauen das Brustkrebs-Screening kennen, haben in den letzten zwei Jahren nur 62 Prozent eine Mammographie durchführen lassen. Die Daten zeigen zudem, dass Nicht-Teilnahme nicht in erster Linie auf das Bildungsniveau zurückzuführen ist: Obwohl mehr Frauen mit höherem Bildungsabschluss die kantonalen Programme kennen, werden sie von 43 Prozent der Frauen mit höherer Schulbildung nicht genutzt.
Grosse Unterschiede zwischen Kantonen mit und ohne Früherkennungsprogramm
Dass organisierte Programme wirken, ist eindeutig: So zeigt eine Studie von Hirslanden und dem Kantonsspital Luzern, dass ausserhalb von kantonalen Programmen der Anteil spät gestellter Brustkrebsdiagnosen in den Stadien III und IV um 11 Prozent höher ist.iv Die repräsenative Umfrage von YouGov im Auftrag von AstraZeneca untermauert dies. In Programmkantonen nehmen 52 Prozent der Frauen regelmässig teil, schweizweit sind es nur 35 Prozent. Verantwortlich für diese Lücke sind vor allem die Kantone ohne Programm, wo lediglich 7 Prozent regelmässig eine Mammographie machen. Dabei ist der Nutzen klar: Regelmässige Mammographien erkennen Brustkrebs früher und erhöhen die Heilungschancen deutlich. Die europäischen Screening-Leitlinien definieren deshalb eine Teilnahmequote von 75 Prozent als Schwelle für eine wirksame Vorsorge.v
Organisierte Programme bieten zudem Qualitätsstandards, die bei Mammographien ohne Einbindung in ein kantonales Programm nicht garantiert sind: die obligatorische Doppelbefundung durch zwei Fachärzt:innen, systematische Qualitätskontrollen, minimale Strahlenbelastung und standardisierte Ausbildung des Fachpersonals.
Vier zentrale Barrieren halten Frauen von der Teilnahme ab
Obwohl Früherkennungsprogramme schweizweit eine hohe Bekanntheit geniessen, identifiziert die Studie vier zentrale Barrieren, die Frauen von der Teilnahme abhalten:
- Die Sorge vor Überdiagnosen stellt bei 39% der Befragten die stärkste Barriere dar. Frauen sorgen sich vor Befunden, die nie hätten behandelt werden müssen. Geprägt wird diese Sorge von Familie und Freund:innen, von Medien und von Ärztinnen und Ärzten.
- Angst vor Schmerz wirkt stärker bei Frauen, die noch nie teilgenommen haben oder die das Programm nicht kennen. 29 Prozent nennen die Angst vor Schmerzen.
- Unsicherheit über die Kosten hält viele Frauen von der Teilnahme ab. Obwohl die Mammographie im Programm unabhängig von der Franchise 20 Franken kostet, ist die Kostenregelung nicht ausreichend bekannt. Ein Drittel der Programm-Kennerinnen und 46 Prozent der Nicht-Nutzerinnen schätzen die Kosten anders ein.
- Die ärztliche Empfehlung erfolgt zu wenig konsequent. Nur 39 Prozent der Fachpersonen empfehlen kantonale Programme konsequent. Dabei ist die ärztliche Ansprache der wichtigste Treiber für die Teilnahme: 86 Prozent der Nutzerinnen wurden von einer Fachperson (z.B. Gynäkolog:in, Hausärzt:in) auf das Programm angesprochen, bei Nicht-Nutzerinnen nur 72 Prozent, bei Nicht-Kennerinnen 59 Prozent.
Christina Christen, Präsidentin von Europa Donna Schweiz, kennt diese Barrieren aus Gesprächen mit Frauen in der ganzen Schweiz. «Zweifel gehören zum Thema Brustkrebs dazu, das ist menschlich. Unsere Aufgabe ist es, Frauen sachlich zu informieren und sie nicht mit ihren Sorgen allein zu lassen. Die Medizin von heute hat mit jener vor zwanzig Jahren wenig zu tun.» Umso weniger Verständnis hat sie dafür, dass in der Debatte immer wieder auf überholte Studien verwiesen wird: «Das schadet den Frauen und verhindert, dass mehr Betroffene rechtzeitig eine Diagnose bekommen.» Ihr Appell an alle Frauen: «Informieren Sie sich. Jede frühzeitige Diagnose kann Leben retten und erhöht die Lebensqualität.»
Aktivierung kann mittels Gynäkolog:innen und schriftlichem Reminder erhöht werden
Um die Teilnahmequote in der Schweiz langfristig zu erhöhen, lassen sich aus den Studienergebnissen folgende Ansatzpunkte ableiten:
- Die schriftliche Einladung per Post ist der wichtigste Aktivierungstreiber. 55 Prozent aller Teilnehmerinnen wurden über diesen Kanal erreicht. Da die Programmwebseiten gemäss Studie nicht oft konsultiert werden, ist es wichtig, mit der Einladung auch gleichzeitig über Kosten und das Risiko einer Überdiagnose zu informieren.
- Gynäkologinnen und Gynäkologen sind der zweitwichtigste Kontaktpunkt und haben massgeblichen Einfluss auf die Entscheidung zur Teilnahme. Sie sollten viel stärker in die Kommunikation eingebunden werden und in Weiterbildungen entsprechend geschult werden.
- Reminder wirken: 53 Prozent der Frauen, die noch nie oder nur einmal teilgenommen haben, würden bei einer Erinnerung wahrscheinlich zur Mammographie gehen. Der bevorzugte Kanal ist dabei ebenfalls per Post oder E-Mail.
Die Umfrage zeigt, dass das Potential besteht, um eine Teilnahmequote von 75 Prozent zu erreichen. Es gilt nun die Zielgruppe gezielter zu erreichen und zu informieren. Die Teilnahme am Screening soll dabei ausdrücklich freiwillig bleiben. Es geht nicht darum, Frauen zur Teilnahme zu drängen, sondern ihnen eine informierte Entscheidung auf Basis klarer Informationen und eines niederschwelligen Zugangs zu ermöglichen.
Referenzen:
i Nationale Krebsregistrierungsstelle: Brustkrebs in der Schweiz. Abgerufen von: https://nkrs.ch/upload/downloads/Berichte%20und%20Statistiken/CancerFactsheets/Brustkrebs_Factsheet.pdf
ii Bundesamt für Strahlenschutz: Evaluation der Brustkrebsmortalität im Deutschen Mammographie‐Screening‐Programm. Abgerufen von: https://www.bfs.de/DE/bfs/wissenschaft-forschung/medizin/abgeschlossen/mammographiescreening-mortalitaet.html
iii Swiss Cancer Screening: Angebot in ihrem Kanton: Abgerufen von: https://www.swisscancerscreening.ch/de/angebote-in-ihrem-kanton
iv Gutzeit et al., (2024). Breast cancer in Switzerland: a comparison between organized-screening versus opportunistic-screening cantons. ESMO Open. Abgerufen von: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2059702924014820
v Union POotE (2017) European guidelines for breast cancer screening and diagnosis: the European breast guidelines. Available via http://op.europa. eu/en/publication-detail/-/publication/b7b66c78-e139-11e6-ad7c01aa75ed71a1/language-en/format-PDF
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Basil Hofstetter, Studienleiter bei AstraZeneca Schweiz
Über die Studie
Die repräsentative Umfrage wurde vom unabhängigen Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag von AstraZeneca Schweiz durchgeführt. Befragt wurden 1'506 Frauen im Alter von 49 bis 75 Jahren aus der Deutschschweiz, der Westschweiz und dem Tessin im Zeitraum vom 24. Juni bis 7. Juli 2026. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die weibliche Wohnbevölkerung der Schweiz in der Zielgruppe der kantonalen Screeningprogramme. Die Studie wurde vom unabhängigen Marktforschungsinstitut YouGov nach anerkannten marktforscherischen Standards durchgeführt und ausgewertet. Die Ergebnisse geben die Antworten der befragten Frauen wieder; AstraZeneca hatte keinen Einfluss auf die Befragungsergebnisse. Die europäischen Screening-Leitlinien, auf die sich auch die Schweizer Qualitätsstandards beziehen, definieren eine Teilnahmequote von 75 Prozent als Zielwert für eine wirksame Vorsorge.
AstraZeneca in der Schweiz
AstraZeneca ist ein globales, forschungsorientiertes, biopharmazeutisches Unternehmen, das seit fast 50 Jahren in der Schweiz tätig ist und zu den zehn umsatzstärksten Pharmafirmen des Landes zählt. AstraZeneca erforscht, entwickelt und vertreibt verschreibungspflichtige Medikamente vorrangig in den Bereichen Onkologie, Herz-Kreislauf, Nieren und Stoffwechsel, Atemwege und Immunologie sowie seltene Erkrankungen. Über 280 Mitarbeitende in der Schweiz setzen sich dafür ein, das Leben der Patient:innen mit innovativen Therapien zu verbessern und einen positiven Beitrag zum Gesundheitssystem, für die Gesellschaft und den Planeten zu leisten. Aktuell werden in der Schweiz über 275'000 Personen mit einem Medikament von AstraZeneca behandelt. Zwischen 2026 und 2028 erwartet das Unternehmen die Zulassung von 40 neuen Therapien. AstraZeneca bekennt sich klar zu einer Arbeitsumgebung, die auf Respekt und Akzeptanz basiert. So wurde das Unternehmen 2025 zum siebenten Mal in Folge als «Great Place to Work» ausgezeichnet und trägt das «Swiss LGBTI-Label». Bis 2045 will AstraZeneca CO2-negativ sein.
Mehr Informationen zu AstraZeneca Schweiz: www.astrazeneca.ch